{"id":21018,"date":"2015-03-13T18:36:29","date_gmt":"2015-03-13T17:36:29","guid":{"rendered":"https:\/\/cbrava.com\/?page_id=21018"},"modified":"2015-04-07T18:12:25","modified_gmt":"2015-04-07T16:12:25","slug":"ein-streifzug-durch-llancas-geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cbrava.com\/de\/magazine\/ein-streifzug-durch-llancas-geschichte\/","title":{"rendered":"Ein Streifzug durch Llan\u00e7as Geschichte"},"content":{"rendered":"<p><!--:en--><\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-21009 size-medium\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/llansa-historia-300x196.jpg\" alt=\"llansa-historia\" width=\"300\" height=\"196\" \/><\/h3>\n<h3>Vom Mittelalter bis in die Neuzeit<\/h3>\n<p>Der Hafen von <a href=\"https:\/\/cbrava.com\/de\/tourismus\/llanca\/\">Llan\u00e7\u00e0 <\/a>war nicht immer ein Hafen mit Kaimauern f\u00fcr Fischkutter und Anlegestegen f\u00fcr Hunderte von Freizeitbooten, mit einer Gesch\u00e4ftsstra\u00dfe und Wohnh\u00e4usern f\u00fcr Einheimische und Touristen. Mehrere Jahrhunderte lang bev\u00f6lkerten den Hafen nur kleine Fischerboote, die von Segeln oder mit Rudern fortbewegt und nach Gebrauch an den Strand gezogen wurden.\u00a0 Einige H\u00fctten dienten als Lager f\u00fcr das Arbeitsger\u00e4t zum Fischfang, die Llan\u00e7anesen selbst wohnten jedoch im Ort. Im Mittelalter war dieser zwar nicht wehrhaft befestigt, aber ausreichend gesichert um Angriffe von au\u00dferhalb abzuwehren. (Wir finden \u00e4hnliche Strukturen in den Nachbarorten Port de la Selva und Selva del rnar vor.) Mit Angriffen von au\u00dferhalb, besonders von Piraten, war eigentlich immer zu rechnen. Also gab es hier von Zeit zu Zeit heftige K\u00e4mpfe, und so wundert es nicht, dass Llan\u00e7\u00e0 den Namen einer Waffe tr\u00e4gt (Lanze). In einigen alten Manuskripten wird Llan\u00e7\u00e0 immer wieder als das Tal der Lanzen bezeichnet, und wenn noch Zweifel an der Wehrhaftigkeit des Ortes herrschen, so beseitigt diese das Stadtwappen von Llan\u00e7\u00e0: es erfuhr zwar im Laufe der Zeit Ver\u00e4nderungen, die drei Lanzen waren aber immer eines seiner Bestandteile.<\/p>\n<h3>Piraten in Llan\u00e7\u00e0 und am Cap de Creus<\/h3>\n<p>Wo immer entlang des Mittelmeers erfolgreich Handel getrieben wurde, forderten Piraten ihren Tribut. Praktischerweise richteten sie ihre Unterschlupfe meist gleich in der Nachbarschaft der verschiedenen Handelswege zu See ein. Katalonien galt den Freibeutern vom Mittelalter bis ins XVII. Jahrhundert wegen seines relativen Wohlstands immer wieder als beliebtes Angriffsziel, auch Llan\u00e7\u00e0 sollte nicht verschont bleiben. Im Jahr 1581 unterrichtete K\u00f6nig Felipe II den Stadtrat von Barcelona, dass der ber\u00fcchtigte Pirat Otxali, von Italien kommend, mit sechzig Galeeren auf katalanisches Gew\u00e4sser zusteuere. Die Barcelonesen sandten Boten aus, um die Orte der K\u00fcste zu warnen. Gaspar de Vallgornera, Abt des Klosters San Pere de Roda und Kraft seines Amtes &#8220;Eigent\u00fcmer&#8221; der umliegenden Ortschaften, verbot den Fischern aus Llan\u00e7\u00e0 und La Selva daraufhin kurzerhand bis auf Widerruf zum Fischen in See zu stechen. Llan\u00e7as Verteidigungsstrategie war simpel aber effektiv. Seine Einwohner wehrten den ersten Angriff der Piraten notd\u00fcrftig ab und fl\u00fcchten dann in die nahen Berge. Verst\u00e4rkt wurden die wehrhaften Llan\u00e7anesen durch M\u00e4nner aus den nahen D\u00f6rfern im Hinterland. Der Gouverneur von Girona hatte diese Ortschaften verpflichtet, Verst\u00e4rkungen an die K\u00fcste zu entsenden. Diese postierten sich meist f\u00fcr ein bis zwei Wochen in den Bergen um den Ort und kehrten in ihre Heimatorte zur\u00fcck, sobald die Gefahr vorbei war.Im XVI und XVII. Jahrhundert bauten die Katalanen ihre Verteidigungsstellungen gut aus, doch noch im Jahr 1652 mussten drei\u00dfig bewaffnete M\u00e4nner aus Llan\u00e7\u00e0 eine Attacke von drei Piratenschiffen zur\u00fcckschlagen. Diese zogen weiter nach Colera und Banyuls (Frankreich) , um dort (erfolgreich) ihr Unwesen zu treiben. Erst die Erfindung des Dampfschiffes l\u00e4utete das Ende der Piraterie ein. Die letzte beh\u00f6rdliche Erw\u00e4hnung aus Llan\u00e7\u00e0 datiert vom vierten Juni 1726: ein Bote wurde nach Cadaqu\u00e9s gesandt, um die Einwohner vor einem der Freibeuterei verd\u00e4chtigen Schiff zu warnen<\/p>\n<h3>Wird Llan\u00e7\u00e0 Franz\u00f6sisch?<\/h3>\n<p>Der Streit um die Staatsgrenze<\/p>\n<p>Ab dem Jahr 1646 entbrannte zwischen Katalonien und dem Roussillon (Frankreich) ein heftiger Streit um die franz\u00f6sisch\/spanische Staatsgrenze. Vom 13. August bis zum 7. November 1659 versuchten die Premierminister beider Staaten, Kardinal Mazarin und Luis de Haro, in Bidasoa w\u00e4hrend vierundzwanzig Sitzungen zu einem Konsensus zu kommen. Der Tagungsort, ein Zelt, war von Velazquez mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet worden. Doch das Ergebnis der Verhandlungen war eher mager; man kam lediglich \u00fcberein, dass die Grenze neu gezogen werden m\u00fcsse und \u00fcberlie\u00df die Details einer spanisch\/franz\u00f6sischen Kommission. Diese tagte in dem Pyren\u00e4enort C\u00e9ret. Frankreich entsandte die Bisch\u00f6fe Pere de Marca (Languedoc) und Jacint Seroni aus Orange, Spanien die Katalanen Miquel Salva i Vallgornera und Josep Romeu de Ferrer. Im Laufe der Verhandlungen reklamierten die Franzosen hartn\u00e4ckig die Orte Llan\u00e7\u00e0, Port de la Selva, das Kloster Sant Pere de Rodes und einen Teil des Cap de Creus als franz\u00f6sisches Staatsgebiet. Sie beriefen sich auf eine von dem K\u00f6nig Jaume I. einst vorgenommene Teilung, der zufolge das Gebiet bis zum Cap de Creus dem Roussillon angeh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Nach z\u00e4hem Hin und Her einigte man sich auf einen Kuhhandel: die Grenze sollte das strittige Dreieck aussparen und an einem noch zu bestimmenden Ort zwischen Banyuls und dem Cap de Cervera (Cerbere) gezogen werden. So entstand die noch heute g\u00fcltige Pyren\u00e4en-Staatsgrenze. Die Kontroversen um Ihren Verlauf dauerten jedoch bis ins zwanzigste Jahrhundert an.<\/p>\n<p>Wein und \u00d6l: der Reichtum Llan\u00e7as<\/p>\n<h3>Zeit des Wohlstands und Friedens<\/h3>\n<p>Zwischen 1718 und 1720 stand der Weizenpreis ungew\u00f6hnlich tief, Wein aber war Mangelware. Dies motivierte die Bewohner des Empord\u00e0, auch bis dato brachliegende Grundst\u00fccke mit Reben zu bepflanzen. Zeile um Zeile wurde neues Terrain um Llan\u00e7\u00e0 kultiviert, bis hinauf in die Berge. Doch die Llan\u00e7anesen bebauten auch f\u00fcr den Weinbau ungeeignetes Gel\u00e4nde: Olivenbaum reihte sich dort an Olivenbaum, die Qualit\u00e4t der Fr\u00fcchte sicherte eine reiche \u00d6lproduktion. Ein wichtiger Umstand beg\u00fcnstigte diese wirtschaftliche Entwicklung au\u00dferordentlich: Katalonien hatte als regionales Recht die Erbpacht eingef\u00fchrt. Arme Leute, die bis dahin nicht einmal tr\u00e4umten, eigenen Grund zu besitzen, konnten nun durch j\u00e4hrliche Zahlungen quasi ihr eigenes Land bewirtschaften. Die Weichen waren gestellt f\u00fcr ein modernes Katalonien.<\/p>\n<p>Die Weinbauern kultivierten Reben f\u00fcr Wei\u00dfwein, Rotwein, Garnatxa und Moscatel. Zur Zeit der Ernte gaben sich Aufk\u00e4ufer aus vielen Nationen ein Stelldichein in Llan\u00e7\u00e0: Spanier, Italiener, sp\u00e4ter auch Franzosen und selbst Deutsche. Ein anonymer Zeuge dieser gl\u00fccklichen Zeit vermerkte folgendes: &gt; Die Genoveser (Italiener), die G\u00fcte, Alkoholgrad und S\u00fc\u00dfe des Weins aus Llan\u00e7\u00e0 kosteten, wurden sogleich zu den enthusiastischsten K\u00e4ufern. Ihre Barkassen ankerten im Hafen von Llan\u00e7\u00e0, nahmen die s\u00fc\u00dfe Frucht auf und trugen sie \u00fcber das Meer. Auch kamen sp\u00e4ter Franzosen oder Deutsche und erstanden Fuder um Fuder aller angebotenen Sorten. Und nicht wenige Spanier machten sich auf den Weg nach Llan\u00e7\u00e0, die Zahl der Besucher vergr\u00f6\u00dfernd, die diese herrlichen Weintrauben, welche Llan\u00e7\u00e0 ber\u00fchmt machten, erstanden.<\/p>\n<h3>Die Entstehung von Port de Llan\u00e7\u00e0<\/h3>\n<p>Erst als die Piraterie die Bewohner des Empord\u00e0 nicht mehr ernsthaft bedrohte, entstanden die Fischerd\u00f6rfer entlang der K\u00fcste. Wahrscheinlich lebten die Fischer Llan\u00e7as bis ins XVII. Jahrhundert noch im Ort und unterhielten im &#8220;Port&#8221; nur einige H\u00fctten, um Ger\u00e4t und Material zu verstauen. Als Ende des XVII. Jahrhunderts keine Piratenangriffe mehr zu bef\u00fcrchten waren und der Fischfang als Erwerbsquelle an Bedeutung zunahm, bauten die Ersten f\u00fcr sich und ihre Familien H\u00e4user in Meeresn\u00e4he. Port de Llan\u00e7\u00e0 entstand jedoch eigentlich erst im folgenden Jahrhundert. Zum Fischfang kam als \u00f6konomische Basis noch der Export von Oliven\u00f6l nach Frankreich und Italien hinzu. Die Fischer bauten ihre H\u00e4user aber immer noch dicht aneinander gedr\u00e4ngt, wie um sich gegen die letzten Piraten zu sch\u00fctzen, die ja doch noch einmal auftauchen k\u00f6nnten. Zwischen dem XVIII. und dem beginnenden XX. Jahrhundert d\u00fcrfte sich der Ort dann kaum ver\u00e4ndert haben. In dieser Zeit wohnten hier etwa 200 Menschen, diese Anzahl stieg erst wieder, als sich der Tourismus ausbreitete. Wahrscheinlich hatte auch eine stattliche Anzahl Mitb\u00fcrger franz\u00f6sischen Ursprungs ihren Anteil an der Gr\u00fcndung von Port de Llan\u00e7\u00e0. Schon in den Jahren 1620 bis 1640 wurden auf dem Friedhof von Llan\u00e7\u00e0 26 &#8220;Franzosen&#8221; beerdigt, Frauen nicht mitgerechnet. Man kann in etwa annehmen, dass ab diesem Zeitpunkt etwa 20 Prozent der Ortsbewohner Emigranten aus Frankreich waren. Viele franz\u00f6sische Namen sind hier bis heute unver\u00e4ndert erhalten: Garriga oder Gros zum Beispiel.<\/p>\n<p>Der Hafen von Llan\u00e7\u00e0 hat, wie die meisten der Fischerd\u00f6rfer der K\u00fcste, seine eigene Kapelle.<\/p>\n<p>Sie ist der &#8220;Mare de Deu&#8221;, der Mutter Gottes, geweiht. \u00dcber ihre Gr\u00fcndung berichtet die Legende folgendes: Ein Schiff geriet im Golf von Leon in einen schweren Sturm. Die Seeleute bef\u00fcrchteten, einen sicheren Hafen nicht mehr erreichen zu k\u00f6nnen. In dieser Stunde der Not schworen die Mannschaft und der Kapit\u00e4n, sollten sie je wieder festen Boden unter die F\u00fclle bekommen, dort eine Kapelle zu Ehren der Mutter Gottes errichten w\u00fcrden. Der feste Boden, auf den sie alsbald ihre F\u00fc\u00dfe setzten, war der Hafen von Llan\u00e7\u00e0, die Inschrift \u00fcber dem Portal der Kapelle zeugt von dem (wahrscheinlichen) Baujahr: 1691.<\/p>\n<h3>Die Reblaus beendet die gl\u00fccklichen Zeiten<\/h3>\n<p>Der Weinbau war im XIX. Jahrhundert der wichtigste Erwerbszweig Llan\u00e7as. Die Weine des Empord\u00e0 erzielten Spitzenpreise und wurden in zahlreiche L\u00e4nder Europas exportiert.<\/p>\n<p>Sie bescherten Llan\u00e7\u00e0 wie auch den umliegenden Ortschaften Vilajuiga, Garriguella, Rabos und Vilamaniscle von 1830 bis 1855 eine Epoche au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wohlstandes, bis die Reblaus (kat. filloxera) der sch\u00f6nen Zeit ein j\u00e4hes Ende bereitete. 1854 erstmalig in Amerika an Wildreben entdeckt, wurde sie von dort rasch nach Europa eingeschleppt und gelangte \u00fcber Frankreich nach Spanien. Sie ist ein Schadinsekt aus der Familie der Pflanzenl\u00e4use. Ihre gef\u00e4hrlichste Schadform erzeugt gallenartige Kn\u00f6tchen an den Wurzeln. Hierzu ist zwar ein vollst\u00e4ndiger Entwicklungszyklus des Sch\u00e4dlings notwendig; dieser findet vornehmlich In w\u00e4rmeren Breitengraden statt. Insofern hatten die s\u00fcdlichen Weinanbaugebiete weit mehr unter der Plage zu leiden als die der n\u00f6rdlichen L\u00e4nder. Ist der Weinstock einmal befallen, stirbt er rasch ab.<\/p>\n<p>Llan\u00e7\u00e0 erw\u00e4hnte die Reblaus zum ersten Mal im Jahr 1856 in den Chroniken der Gemeinde. Der B\u00fcrgermeister beantragte bei der Zivilregierung der Provinz, die \u00f6rtlichen Weinbauern von s\u00e4mtlichen Steuern und Abgaben zu befreien, da der Ertrag der Weinernte wegen der filloxera gleich Null sei. Die Regierung verlangte von der Gemeinde, den tats\u00e4chlichen Schaden durch eine Kommission feststellen zu lassen. Der aber erschien es sinnlos, eine Kommission zu bilden, da mehr oder weniger alle Rebst\u00f6cke befallen waren.<\/p>\n<p>Im Oktober 1857 beantragte die Gemeinde erneut die Befreiung von allen Steuern r\u00fcckwirkend auf sechs Jahre. Die Weinernte sei seit sechs Jahren faktisch ausgefallen, und der Wein sei schlie\u00dflich die haupts\u00e4chliche Einnahmequelle des Ortes&#8230;<\/p>\n<p>In den folgenden Jahren finden sich in den Chroniken keine diesbez\u00fcglichen Eintragungen mehr. Es ist daher anzunehmen, dass sich die guten Ernten nach der Behandlung mit Schwefel wieder einstellten&#8230; bis ein Weinbauer Ende 1879 in Rabos einen von der filloxera befallenen Weinstock auf seinem Weinberg entdeckte. Erneut waren die Weinst\u00f6cke des gesamten Empord\u00e0 befallen. Bis in die Mitte der neunziger Jahre des XIX Jahrhunderts richteten die Gemeinden der Region immer wieder Petitionen um Steuererleichterungen an die Landesregierung. Erst ab dem Jahr 1904 gibt es Hinweise, dass sich die Weinernten wieder normalisiert hatten.<\/p>\n<p>Die Weinwirtschaft Llan\u00e7as hat sich aber seitdem nie wieder v\u00f6llig von dieser Katastrophe erholt. So war es vielen Weinbauern wohl nur recht, als der Tourismus sp\u00e4ter ihre Weinberge f\u00fcr Bungalows und Apartmenth\u00e4user reklamierte.<\/p>\n<h3>Der erste Zug kommt 1878 nach Llan\u00e7\u00e0<\/h3>\n<p>Ein unbekannter Autor aus Llan\u00e7\u00e0. schilderte die Inbetriebnahme der Bahnstrecke Barcelona-Portbou: &lt;Die feierliche Einweihung fand am 20. Januar 1878 statt. Der Sonderzug war mit f\u00fcnf herrlichen Waggons erster Klasse, die aus Deutschland stammten, ausgestattet. Die Lokomotive zierte das spanische Wappen, zwischen der nationalen und der franz\u00f6sischen Flagge, geschm\u00fcckt mit Blumen, Lorbeer- und Olivenkr\u00e4nzen. Die Eisenbahn fuhr um halb sieben Uhr morgens von Barcelona ab, hielt f\u00fcnf Minuten in Granollers und erreichte Girona um neun Uhr. Der Herr Bischof segnete die Waggons und die Lokomotive. An dem am Bahnhof aufgebauten Altar wurde die Messe gelesen. Die Temperatur betrug ein Grad unter Null, deswegen erlaubte die erw\u00e4hnte kirchliche Autorit\u00e4t allen Anwesenden, welche die rigorose Temperatur nicht aushalten konnten, die H\u00fcte aufzubehalten.<\/p>\n<p>Nachdem die religi\u00f6sen Zeremonien beendet waren, wurden die Autorit\u00e4ten und anderen G\u00e4ste mit einem Essen im Bahnhofsrestaurant verk\u00f6stigt. Dann setzte sich der Konvoi wieder in Marsch. In Figueres kam Kapit\u00e4n General Sr. Blanco hinzu, des weiteren der Milit\u00e4rgouverneur der Stadt, Sr. Dolsa, sowie andere Honoratioren und G\u00e4ste.<\/p>\n<p>Als der Zug durch Llan\u00e7\u00e0 fuhr, war der Bahnhof vollgepfropft mit Menschen, die enthusiastisch den Zug begr\u00fc\u00dften und applaudierten.<\/p>\n<p>In Colera wurde der Zug von einer Kompanie des Infanterieregiments &#8220;Asia Nr. 49&#8221; mit Musikkapelle begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Am 23. desselben Monats wurde die Bahnlinie st\u00e4ndig in Betrieb genommen. Zwei Z\u00fcge verkehrten regelm\u00e4\u00dfig hin und zur\u00fcck von Barcelona nach Portbou, um 5Uhr35 und 11Uhr30 und 5Uhr55 und 12Uhr40.<\/p>\n<p>Seit diesem historischen Ereignis in den Annalen Llan\u00e7as hatten seine Einwohner Teil an den gro\u00dfen Vorteilen dieses Transportmittels, in volkst\u00fcmlicher wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht. &gt;<\/p>\n<p>Der damalige B\u00fcrgermeister schien diese Ansicht nicht ganz zu teilen. Am 12. Mai 1888 richtete er einen Antrag an den Gouverneur mit der Bitte um Steuererleichterungen f\u00fcr den Ort. Die Bev\u00f6lkerung habe sich seit der Fertigstellung der Eisenbahnlinie drastisch reduziert. Einerseits h\u00e4tten die Fremden, die beim Bau der Eisenbahn besch\u00e4ftigt waren, das Dorf wieder verlassen. Anderseits seien viele angestammte Einwohner wegen der filloxera emigriert, und diese Emigration dauere weiterhin an.<\/p>\n<p>Die Sitte, an \u00f6ffentlichen Orten als Symbol der Freiheit B\u00e4ume zu pflanzen, stammt aus der Zeit der Franz\u00f6sischen Revolution. Nach den B\u00fcrgerkriegen und Milit\u00e4runruhen des XIX. Jahrhunderts pflanzten auch die Llan\u00e7anesen Ihren Baum der Freiheit inmitten des Ortes an der pla\u00e7a major.<\/p>\n<p>Der Baum steht noch immer und gilt heute als Wahrzeichen des Ortes. Wahrscheinlich wurde er 1870 gepflanzt. Der B\u00fcrgermeister (1897-89) Pere Purcallas Pau erw\u00e4hnt dieses Datum im folgenden Gedicht:<\/p>\n<p>&gt;Die Geschichte dieses Dorfs kommt von weit her, weiter als der Horizont es war, mit Wechself\u00e4llen und Fehlschl\u00e4gen, verb\u00fcndet der kl\u00f6sterlichen Souver\u00e4nit\u00e4t des Klosters Sant Pere de Rodes. Ich wei\u00df, du hast unerm\u00fcdlich gelitten, als man deinen Namen in Llansa \u00e4nderte, deine eigenen Bastarde von S\u00f6hne verma\u00dfen sich, ihn zu kastellanisieren. Der Baum, der inmitten der Pla\u00e7a w\u00e4chst, dessen Aste sich ausbreiten wurde gepflanzt im Jahre 1870, und anno 1872 wurde er abgest\u00fctzt, und noch heute flattern seine Bl\u00e4tter wie die eines bl\u00fchenden Baums im Garten; und wenn ihr ihn nicht sch\u00fcttelt, wird er immer m\u00e4chtiger werden, heute um einen Zweig, morgen um ein Zweiglein; wenn ihr ihn mit Vernunft und Liebe pflegt, wird er lange leben wie die besten Diener, der ewige Fr\u00fchling wird ihm eines Morgens die starken Armee \u00f6ffnen, um diesem Ort einen Traum, der einst auch meiner war, in die Wiege zu legen: einen Traum, \u00fcbervoll mit Fortschritt, B\u00fcrgerfreiheit und Gr\u00f6\u00dfe.&lt;<\/p>\n<h3>Moderne Zeiten Llan\u00e7\u00e0 im XX Jahrhundert<\/h3>\n<p>Das Leben des Ortes hatte sich anfangs des XX. Jahrhunderts wieder normalisiert. Die filloxera galt als bek\u00e4mpft, die Llan\u00e7anesen entwickelten wieder Flei\u00df und sahen optimistisch in die Zukunft. B\u00e4ume wurden gepflanzt, die H\u00e4user hergerichtet und die Stra\u00dfen in Ordnung gebracht.<\/p>\n<p>Die Lebensqualit\u00e4t verbesserte sich st\u00e4ndig, selbst ein gemeindeeigener Leichenwagen wurde angeschafft. Der Weinbau war wieder rentabel, drei Alkoholfabriken waren in Betrieb, neue Brunnen wurden gebohrt. Die wenigen armen Familien (ca.30) empfingen Hilfe von der Allgemeinheit, sei es durch finanzielle Hilfe beim Einkauf von Medikamenten, kostenlose \u00e4rztliche Versorgung oder durch Gutscheine f\u00fcr den Fleischeinkauf. 1907 wurde die erste \u00f6ffentliche Gaslampe in Betrieb genommen, 1915 kam auch die Elektrizit\u00e4t nach Llan\u00e7\u00e0. Wenig sp\u00e4ter, noch im selben Jahr, beantragte die Firma &#8220;La Artesana&#8221; die Erlaubnis, Kinoprojektionen durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Auch auf das Schulwesen wurde ein Augenmerk gerichtet. Im Jahr 1906 befand ein Inspektor den Wissensstand und die Disziplin der Sch\u00fcler LIan\u00e7as f\u00fcr gut, monierte aber die hygienischen Verh\u00e4ltnisse und mangelnde Bel\u00fcftung der Klassenzimmer. Die Stadtv\u00e4ter sannen auf Abhilfe.<\/p>\n<p>Religi\u00f6se wie volkst\u00fcmliche Feste wurden gefeiert, auch \u00f6ffentliche B\u00e4lle fanden wieder statt. Die heute so popul\u00e4re Sardana allerdings wurde nur einmal in den Akten der Gemeinde erw\u00e4hnt: die Jugend des Ortes verlangte vom B\u00fcrgermeister die Erlaubnis, w\u00e4hrend der festa major einen Sardanas-Wettbewerb abhalten zu d\u00fcrfen. Der war einverstanden und subventionierte die Veranstaltung mit 25 Peseten<\/p>\n<p>1909 wurde der Ausbau der Strasse nach Colera in Angriff genommen, 1913 begannen die Arbeiten f\u00fcr die Stra\u00dfe, die Llan\u00e7\u00e0 mit Vilajuiga verband. Freilich waren keineswegs alle mit dieser Stra\u00dfenbauwut einverstanden. Und so waren Grundst\u00fccksenteignungen die Folge. Schon 1913 benutzten die ersten Automobile und Fahrr\u00e4der die neuen Stra\u00dfen. Die Fahrradfahrer wurden aufgefordert, nach Einbruch der Dunkelheit ihr Fahrzeug zu beleuchten. Als 1923 mit der Diktatur nach dem Staatsstreich des Generals Primo de Rivera eine Epoche einer hektischen staatlichen Baut\u00e4tigkeit begann, hatten die Llan\u00e7anesen sich ihre Stra\u00dfen schon selbst gebaut.<\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Mittelalter bis in die Neuzeit Der Hafen von Llan\u00e7\u00e0 war nicht immer ein Hafen mit Kaimauern f\u00fcr Fischkutter und Anlegestegen f\u00fcr Hunderte von Freizeitbooten, mit einer Gesch\u00e4ftsstra\u00dfe und Wohnh\u00e4usern f\u00fcr Einheimische und Touristen. Mehrere Jahrhunderte lang bev\u00f6lkerten den Hafen nur kleine Fischerboote, die von Segeln oder mit Rudern fortbewegt und nach Gebrauch an den [&#8230;]\n","protected":false},"author":196,"featured_media":0,"parent":21084,"menu_order":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-21018","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21018","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/196"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=21018"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21018\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/21084"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cbrava.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21018"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}