{"id":20794,"date":"2015-03-11T14:24:35","date_gmt":"2015-03-11T13:24:35","guid":{"rendered":"https:\/\/cbrava.com\/?page_id=20794"},"modified":"2015-03-11T16:58:35","modified_gmt":"2015-03-11T15:58:35","slug":"die-albera-berge-auf-den-spuren-der-jungsteinzeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cbrava.com\/de\/magazine\/die-albera-berge-auf-den-spuren-der-jungsteinzeit\/","title":{"rendered":"Die Albera berge, auf den Spuren der Jungsteinzeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20755 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic1.jpg\" alt=\"neolitic1\" width=\"423\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic1.jpg 423w, https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic1-300x173.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 423px) 100vw, 423px\" \/><br \/>\nIm Sommer wird es an der K\u00fcste um das Cap de Creus bisweilen etwas eng. Doch wenige Kilometer entfernt, in den Albera-Bergen, ist nichts von touristischer Hektik zu sp\u00fcren. Dieses grandiose Naturschutzgebiet beginnt an der seit 1659 entlang den Bergk\u00e4mmen verlaufenden Spanisch-Franz\u00f6sischen Grenze und reicht in etwa bis an eine gedachte Linie zwischen den Orten Capmany, Espolla und Vilamaniscle.<\/p>\n<p>Die Albera-Berge sind nicht sonderlich hoch und waren daher in fr\u00fcheren Zeiten die einfachste Verbindung zwischen der iberischen Halbinsel und dem \u00fcbrigen Europa. W\u00e4hrend Jahrhunderten, besonders im Mittelalter, waren die Albera-Berge durchaus bewohnt. Und in keinem anderen Teil Kataluniens finden wir so eine gro\u00dfe Anzahl von megalithischen Bauwerken (Menhire und Dolmen) wie zwischen diesen niederen Bergen mit ihrer sanften Silhouette. Die Bauwerke beweisen, da\u00df die Gegend bereits w\u00e4hrend des Neolithikums (Jungsteinzeit) zwischen 3500 und 1800 v.Chr. bev\u00f6lkert war. Man trifft dieselben Dolmen und Menhire auch tief im S\u00fcden Spaniens an. Wie sich diese so weit voneinander entfernten Ureinwohner wohl verst\u00e4ndigten?<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20760 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic2.jpg\" alt=\"neolitic2\" width=\"328\" height=\"189\" srcset=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic2.jpg 328w, https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic2-300x172.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 328px) 100vw, 328px\" \/><\/p>\n<p>Innerhalb des Gebietes befinden sich aber auch romanische Kirchen, mittelalterliche Burgen und eben gut zwanzig St\u00e4tten megalithischen Ursprungs.<\/p>\n<p>Wir haben uns als Ziel die Burg von Requesens vorgenommen; gut f\u00fcnf Stunden sollte man f\u00fcr diesen Ausflug schon einkalkulieren.<\/p>\n<p>Wir fahren \u00fcber die Schnellstra\u00dfe Figueres &#8211; La Jonquera und verlassen diese kurz vor der Grenze in Richtung Cantallops (Wolfsgesang)Die Stra\u00dfe f\u00fchrt uns inmitten von Olivenb\u00e4umen bergauf. Nachdem wir das h\u00fcbsche Dorf Cantallops durchquert haben, beginnt das Abenteuer auf ausgewaschenen Sandpisten. Gel\u00e4ndewagen f\u00fchlen sich hier besonders wohl, wer allerdings ein sportliches Fahrzeug mit tiefliegenden Spoilern besitzt, sollte sich diesen Ausflug reiflich \u00fcberlegen.<\/p>\n<p>Mittels zahlreicher Kurven gewinnen wir an H\u00f6he und tauchen ein in den gr\u00fcnen Wald mit seinen Buchen, Eichen und Kastanienb\u00e4umen und dann befinden wir uns im Naturpark der Albera-Berge, einem Gebiet, der von jeder Zivilisation oder Industrie verschont geblieben ist.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20765 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic3.jpg\" alt=\"neolitic3\" width=\"377\" height=\"186\" srcset=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic3.jpg 377w, https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic3-300x148.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 377px) 100vw, 377px\" \/><\/p>\n<p>Die Burg Requesens wirkt wie eine uneinnehmbare Festung auf dem Gipfel eines Berges inmitten nat\u00fcrlichen Waldes, aber auch inmitten einiger gewaltiger libanesischer Zedern, die einst von den Herren der Burg gepflanzt wurden. Man kann bis zur Burg fast mit dem Auto vordringen, die letzten 500 Meter sind ein sehr angenehmer Spaziergang. Vor \u00dcberraschungen ist man allerdings nicht sicher. Kann schon sein, da\u00df ein Wildschweinp\u00e4rchen ihren Weg kreuzt oder sie auf die wilden K\u00fche der Albera-Berge sto\u00dfen: eine 1,10 bis 1,25 Meter hohe Rasse, die in totaler Freiheit lebt und f\u00fcr Forscher von ungeheuerem Interesse ist. Achtung, deren H\u00f6rner sind ziemlich spitz.<\/p>\n<p>In der letzten Kurve vor der Burg befindet sich ein verlassener Bauernhof, der nur mehr von diesen K\u00fchen bev\u00f6lkert wird. Das Bimmeln ihrer Gl\u00f6ckchen ist im ganzen Wald zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p>Die Burg wurde von der adligen Familie Rocaberti Ende des 19. Jahrhunderts restauriert. Treppen, labyrinthartige G\u00e4nge, es geht auf und ab, manchmal droht die Puste auszugehen. Die Burg ist seit Jahrzehnten unbewohnt und strahlt eine melancholische W\u00fcrde aus. Dort wird eine Informationsbrosch\u00fcre und eine Karte verteilt. Diese zeigt uns einen anderen R\u00fcckweg \u00fcber Sant Climent de Sescebes an, auf etwas besserer Piste.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20770 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic4.jpg\" alt=\"neolitic4\" width=\"289\" height=\"201\" \/>Auf halbem Weg, auf einem Plateau mit herrlicher Aussicht vorn Pic Neulos bis zur Bucht von Roses, vom Pic d&#8217;Esquers bis zur Serra del Puig, finden wir den Menhir &#8220;Vilatoli&#8221;. Warum haben unsere Urvorfahren uns diese tonnenschweren Bl\u00f6cke hinterlassen? Die genaue Antwort werden wir wohl nie finden. Vielleicht wollten sie uns einfach mitteilen, da\u00df sie existierten? Aber die St\u00e4tten, an denen sich diese Steinbauten befinden, scheinen nicht zuf\u00e4llig ausgew\u00e4hlt. Sowohl die Dolmen, einfachste Form der Megalithgr\u00e4ber, ( der Begriff stammt aus dem Bretonischen und bedeutet Steintisch ) oder die Menhire (H\u00fcnensteine) religi\u00f6sen Ursprungs befinden sich an dominanten oder strategisch g\u00fcnstigen Pl\u00e4tzen. Nicht nur der Vilatoli-Menhir rechts der Stra\u00dfe, sondern auch der Murtra-Menhir, kaum einen Kilometer weiter links der Piste. Wenn sie sich dort in der Abendd\u00e4mmerung befinden, sehen sie vielleicht auch den Sch\u00e4fer mit einer riesigen Hammelherde und seinen zwei Hunden in die Sch\u00e4ferei zur\u00fcckkehren. Ein Schauspiel wie aus vergangenen Zeiten&#8230; Wir erreichen die Zivilisation erst wieder bei Sant Climent de Sescebes.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-20775 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic5.jpg\" alt=\"neolitic5\" width=\"380\" height=\"268\" srcset=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic5.jpg 380w, https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic5-300x211.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/p>\n<p>Eine andere, ebenfalls sehr interessante Route f\u00fchrt von Vilamaniscle zu dem Benediktinerkloster Sant Quirze de Colera und der romanischen Kirche Santa Maria de Colera. Diese ist fast im Originalzustand.<\/p>\n<h3>Sant Quirze de Colera<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-20780 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/neolitic6.jpg\" alt=\"neolitic6\" width=\"250\" height=\"179\" \/>Vom Kloster erhalten ist eine herrliche Basilika, Reste des Glockenturms sowie Befestigungsmauern. Die Bauwerke befinden sich innerhalb eines langgestreckten Tals am Fu\u00df der Berge &#8220;Pic de la Calma&#8221;, &#8220;Pic Jorda&#8221;, &#8220;Col de Banyuls&#8221; und &#8220;Col de Teixo&#8221;. Auf einem Abhang unter dem Kloster flie\u00dft eine Quelle mit bestem, frischem Trinkwasser in ein altes Auffangbecken. Sicher benutzten die M\u00f6nche dieses Wasser, um ihre G\u00e4rten und Saatkulturen zu gie\u00dfen.<\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckweg nach Vilamaniscle, links nach zwei Drittel des Weges, findet sich nahe der Piste der Menhir &#8220;Mas de Roquer&#8221;, auch dieser verdient einen Halt.<\/p>\n<p>Diese zwei Wege sind nur ein Bruchteil der Ausfl\u00fcge, die man in die Albera-Berge unternehmen kann. In Espolla befindet sich ein Informationsb\u00fcro \u00fcber dieses Naturschutzgebiet. Es lohnt sich sicher, dort vorbeizuschauen.<\/p>\n<p>In jedem Fall sollten Sie Wasser und etwas zum Essen mitnehmen, wenn sie auf Entdeckungsreise gehen. Sehr n\u00fctzlich ist hierf\u00fcr auch die im Zeitschriftenhandel erh\u00e4ltliche Karte &#8220;Alt Empord\u00e0 2&#8221; im Ma\u00dfstab 1: 50.000.<\/p>\n[cetsEmbedGmap src=https:\/\/maps.google.es\/maps?q=Sierra+de+la+Albera,+Mass%C3%ADs+de+l%27Albera,+66740+Laroque-des-Alb%C3%A8res,+Francia&amp;ie=UTF8&amp;ll=42.424217,3.061752&amp;spn=0.23417,0.528374&amp;hnear=Sierra+de+la+Albera&amp;t=h&amp;z=12 width=350 height=425 marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0 scrolling=no]\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Sommer wird es an der K\u00fcste um das Cap de Creus bisweilen etwas eng. Doch wenige Kilometer entfernt, in den Albera-Bergen, ist nichts von touristischer Hektik zu sp\u00fcren. 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