{"id":19788,"date":"2015-03-03T13:46:18","date_gmt":"2015-03-03T12:46:18","guid":{"rendered":"https:\/\/cbrava.com\/?page_id=19788"},"modified":"2015-03-28T18:15:39","modified_gmt":"2015-03-28T17:15:39","slug":"dolmen-und-menhire-im-lemporda","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/cbrava.com\/de\/magazine\/dolmen-und-menhire-im-lemporda\/","title":{"rendered":"Dolmen und Menhire im L&#8217;Empord\u00e0"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-19732\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen1.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"281\" height=\"211\" \/><\/p>\n<p>Auf Ausfl\u00fcgen begegnen wir oft Schildern mit dem Hinweis \u201c Dolmens\u201c, die auf eine einzigartige Entdeckungsreise in pr\u00e4historische Zeiten einladen. Eingebettet in die sch\u00f6nsten einsamen Berglandschaften erwarten uns steinerne Grab- und Kultst\u00e4tten unserer Vorfahren zur\u00fcckgehend bis in die Jungsteinzeit. Sie versetzen uns in eine Zeit der J\u00e4ger und Sammler, die sich hier in kleinen Gruppen ansiedelten und Grab- und Kultst\u00e4tten aus riesigen Steinen errichteten, bis zu 7000 Jahren vor unserer Zeit. Gro\u00dfe Steinplatten wurden vertikal aufgerichtet und dienten sozusagen als S\u00e4ulen f\u00fcr eine gro\u00dfe flache Decksteinplatte. Diese Dolmen stellen den H\u00f6hepunkt der Megalithkultur dar. Die meisten sind sog. Korridor- oder Galeriegr\u00e4ber. Hierin wurden meistens mehrere Menschen begraben, oft auch zeitlich hintereinander. Andere Gr\u00e4ber deuten wiederum auf Einzelbestattung einer wahrscheinlich h\u00f6her gestellten Person hin; diese nennt man hier Cista, ein Individualgrab aus Steinen, das in die Erde eingelassen und verschlossen war.<\/p>\n<p>Die Menhire hingegen sind aufrecht gesetzte Steine inmitten der Landschaft. Das Wort Menhir leitet sich ab aus dem Bretonischen: men = Stein und hir = lang. Menhire k\u00f6nnen sowohl einzeln stehen als auch in Reihen oder Kreisen angeordnet sein. Sie waren soziale Zentren und Kulturanlagen. Auffallend ist, dass sie ebenso wie die Dolmen an strategisch oder landschaftlich besonders interessanten Punkten zu finden sind.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-19737\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen2.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"266\" height=\"201\" \/>Die Megalithkultur leitet ihren Namen ab aus dem Griechischen: m\u00e8gas = gro\u00df und lithos = Stein. Sie war weit verbreitet, haupts\u00e4chlich im n\u00f6rdlichen und westlichen Europa mit fr\u00fchen Zeugnissen hier im Mittelmeerraum, aber auch in der Bretagne. Die Tradition der Megalithbauweise konnte jedoch nur an Stellen entstehen, wo solch gro\u00dfe Steine vorhanden waren und mit den Mitteln der damaligen Zeiten auch transportiert werden konnten. Diese Kulturform gab es weltweit unabh\u00e4ngig voneinander, aber wahrscheinlich mit \u00e4hnlichen, gemeinsamen Glaubens- und Kultvorstellungen wie die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Dies l\u00e4sst sich aus den Funden von Grabbeigaben wie Ketten, Schiefertafeln, Schmuck oder Keramikschalen schlie\u00dfen. Die aus unserer Region stammenden Funde werden meistens im arch\u00e4ologischen Museum von Barcelona aufbewahrt.<\/p>\n<p>Man datiert die Megalithkultur bis zur\u00fcck in die Bronzezeit, die letzten Zeugnisse wurden auf Sardinien gefunden und stammen etwa aus der Zeit von 800 v. Chr. Viele der Megalithen in Europa wurden im Laufe der Zeit zerst\u00f6rt und beseitigt, besonders w\u00e4hrend der Industrialisierung, durch Flurbereinigungen und Bebauung der Landschaften. Aber auch schon im fr\u00fchen Mittelalter fielen die Megalithen religi\u00f6sen Motiven zum Opfer. Man glaubte, sie seien von Teufels Hand erschaffen. Einige Namen zeugen noch hiervon. So sind in manchen Gebieten nur noch ca. 5 % der urspr\u00fcnglich vorhandenen Grabm\u00e4ler und Kultst\u00e4tten erhalten.<\/p>\n<p>In den Alberabergen wurde eine besonders hohe Konzentration dieser pr\u00e4historischen Relikte gefunden. Diese ziehen sich in west\u00f6stlicher Richtung ca. 25 km als deren Ausl\u00e4ufer ins Mittelmeer hinein. Das wundersch\u00f6ne einsame Wandergebiet liegt eingebettet zwischen den Gipfeln des Puig Neul\u00f3s (1.257m), des Puig dels Pastors (1167m)und des Puig Jorda (753m). Die Albera-Berge waren seit jeher wichtiges Durchreise- und Siedlungsgebiet der Steinzeitmenschen und vieler nachkommenden V\u00f6lker, nicht zuletzt wegen der N\u00e4he zum Meer und wegen der relativ niedrigen P\u00e4sse, die eine \u00dcberwindung der nat\u00fcrlichen Barriere der Pyren\u00e4en erleichterte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-19742\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen3.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"281\" height=\"211\" \/>Auch hier zeigt sich, wie wichtig die Protektion der Landschaft ist\u00b8 denn ohne den Schutz der Nationalparks w\u00e4ren sicher auch hier viele der Zeugnisse aus pr\u00e4historischer Zeit einfach verschwunden. Die \u201eSerra de Albera\u201c wurde 1986 mehrheitlich zum Naturpark erkl\u00e4rt und trotz N\u00e4he zu den Touristenzentren der K\u00fcste begegnet man hier auf Wanderungen eher einer Kuhherde oder einem Esel als einem Menschen.<\/p>\n<p>Allein im Roussillon auf franz\u00f6sischer Seite und im Alt Empord\u00e1 z\u00e4hlt man bisher 112 Dolmen, 19 Menhire, 7 Cisten mit H\u00fcgelgrab, 378 Felsen mit Gravuren sowie 2 neolithische D\u00f6rfer; und die Ausgrabungen und Funde gehen weiter. Vermutlich ist es der Unber\u00fchrtheit der einsamen Landschaften entlang der Albera-Berge, der Serra de Rodes und des Cap de Creus zu verdanken, dass hier so erstaunlich viele Zeugnisse dieser pr\u00e4historischen Kultur zu finden sind. Diese Gebiete sind unterdessen alle als Naturparks deklariert, so steht der weiteren Entdeckung dieser Monumente nichts entgegen.<\/p>\n<p>Ca 50 % der Dolmen befindet sich in h\u00f6heren Berglagen, deren Besichtigung erfordert einigen Sportsgeist. Andere wiederum sind auch in der Ebene, deren Besuch ist einfacher. .<\/p>\n<p>Schon im Grenzgebiet La Jonquera beginnt die Reise in die Jungsteinzeit. Sie setzt sich fort \u00fcber die Landstra\u00dfe in Richtung Meer, wo die Ortschaften Capmany, Sant Climent Sescebes, Espolla, Rab\u00f3s, Garriguella, Vilajuiga, Pau, Palau-Saverdera bis hin zum touristischen Zentrum Roses wichtige Ausgangspunkte f\u00fcr Wanderungen zu den Dolmen und Menhiren f\u00fchren. An dieser Stelle sei auf ein zweisprachiges (Katalanisch und Franz\u00f6sisch) Buch* verwiesen, das viele lohnende und landschaftlich einmalige Ausfl\u00fcge und Wanderungen in der Albera beschreibt, sowohl auf der franz\u00f6sischen als auch auf der katalanischen Seite.<\/p>\n<p>Zwei dieser Ausfl\u00fcge sollen hier als Exempel dienen f\u00fcr das Erleben dieser Vergangenheitsdokumente; sie bersten vor Ruhe und Beschaulichkeit und f\u00fchren uns durch reizvolle Landschaften.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-19747\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen4.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"281\" height=\"211\" \/>Unterwegs begegnet man auf kurzer Distanz allein 9 Dolmen, 4 Menhiren und einer Felszeichnung, dem \u201ePedra dels Sacrificis\u201c . Die Wanderung f\u00fchrt durch wunderbare Korkeichengebiete, ges\u00e4umt von gewaltigen runden Felsen, einzeln und in Gruppen, wie von Geisterhand in die Landschaft platziert. Die beiden Teiche sind aber im Sommer nur als Schilflandschaft zu erkennen. Die Stille und die Einsamkeit der abwechslungsreichen Landschaft befl\u00fcgelt die Fantasie, in die Vergangenheit zu schweifen. Die Wanderung ist einfach und ohne gro\u00dfe H\u00f6henunterschiede.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19767 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen8.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"230\" height=\"172\" \/><\/p>\n<p>Die zweite Wanderung f\u00fchrt uns durch das Dorf Vilajuiga in Richtung Stra\u00dfe nach St. Pere de Rodes. Bald nach dem Ortsausgang begegnet uns das Dolmenschild auf der rechten Seite. Einen Teil der Strecke kann man noch per Auto zur\u00fccklegen, dann geht der Weg zu Fu\u00df entlang gelber Strichmarkierungen immer weiter aufw\u00e4rts.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19752 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen5.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"230\" height=\"172\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19757 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen6.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"210\" height=\"159\" \/>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-19762 size-full\" src=\"https:\/\/cbrava.com\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/dolmen7.jpg\" alt=\"DCF 1.0\" width=\"254\" height=\"182\" \/><\/p>\n<p>Die Entdeckung und Rekonstruktion der pr\u00e4historischen Monumente geht weiter und auch unsere Entdeckungsreise zu den Domen und Menhiren wird sich fortsetzen, vielleicht im Fr\u00fchjahr und Herbst, wenn die Wasser nicht ausgetrocknet sind und die Hitze weniger belastet. In dieser unber\u00fchrten Natur mit seiner einmaligen Flora und Fauna reist die Fantasie weit zur\u00fcck in die Steinzeit mit vielen Fragen an unsere Vorfahren: Wie habt ihr diese wuchtigen Riesensteinplatten aufgerichtet, welche Bestattungsrituale gab es, wie lebte es sich damals, als die Region noch viel feuchter war und von m\u00e4chtigen W\u00e4ldern beschattet?<\/p>\n<p>Egal ob in Llan\u00e7\u00e1, Port de la Selva, Cadaqu\u00e9s oder Roses, \u00fcberall gibt es Dolmen zu besichtigen. Die Tourismusb\u00fcros halten f\u00fcr diese Ausfl\u00fcge reichhaltiges Informationsmaterial bereit.<\/p>\n<p>* L&#8217;Albera, Les Alb\u00e8res, ISBN: 2-9515352-0-1<\/p>\n[cetsEmbedGmap src=http:\/\/maps.google.es\/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=es&amp;geocode=&amp;q=L%27albera,+Capmany,+Girona&amp;sll=39.96028,-3.713379&amp;sspn=7.981087,14.128418&amp;ie=UTF8&amp;hq=L%27albera,&amp;hnear=Capmany,+Gerona,+Catalu%C3%B1a&amp;ll=42.431566,3.013&amp;spn=0.240224,0.441513&amp;t=p&amp;z=11 width=350 height=425 marginwidth=0 marginheight=0 frameborder=0 scrolling=no]\n<p><!--:--><!--:fr--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><!--:--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Ausfl\u00fcgen begegnen wir oft Schildern mit dem Hinweis \u201c Dolmens\u201c, die auf eine einzigartige Entdeckungsreise in pr\u00e4historische Zeiten einladen. 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